«Namen sind ungeschriebene Geschichte»

Namenwanderung in Oberschan

Am Samstag, 1. Juni 2019, nachmittags, veranstaltet der Verein Werdenberger Namenbuch eine rund zweistündige Namenexkursion in Oberschan (Wartau). Auf einem leichten Rundgang durch das Dorf und dessen nähere Umgebung wird Hans Stricker über ausgewählte Namen des Gebiets informieren. Dass in der Gemeinde Wartau die alte Landessprache, das Romanische, länger überlebt hat als in der übrigen Region, widerspiegelt sich deutlich in ihrem Flurnamenbild. Der Anlass ist öffentlich; alle Interessentinnen und Interessenten sind herzlich dazu eingeladen. Besammlung um 13.30 Uhr bei der Alten Mühle unweit der Seilbahnstation. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. 

WERDENBERGER NAMENBUCH

Die Region Werdenberg mit ihren sechs Gemeinden liegt am Alpenrhein, im Kanton St.Gallen (Schweiz), unmittelbar gegenüber dem Fürstentum Liechtenstein. Seit der römischen Eroberung ist Churrätien sprachlich romanisiert worden.

Unterrätien (der Raum zwischen Hirschensprung und der Landquart, vom Walensee bis zum Arlberg) befand sich vor rund achthundert Jahren im allmählichen Übergang vom Romanischen (Churwälschen) zum Alemannischen.

Die Spuren dieser sprachlichen Vergangenheit sind bis heute in den Mundarten sowie in den Orts- und Personennamen deutlich sichtbar geblieben.

Die Erfassung und Erforschung unserer Namen ist von hohem landeskundlichem Wert. Mundartklang und Namenwelt sind wichtige Träger persönlicher Erinnerungen und mit dem Heimatgefühl der Bewohner eng verbunden.

Die Erforschung von Sprache und Namen liefert wichtige Beiträge zum Verständnis der Kulturgeschichte dieses Raumes.

Das Forschungsprojekt «Werdenberger Namenbuch» wurde im Jahr 2000 gegründet und im Sommer 2017 mit der Publikation von neun Bänden abgeschlossen.

Auf dieser Website werden alle Ortsnamen Werdenbergs zugänglich gemacht. Nur die wissenschaftlichen Deutungen und die forschungsgeschichtliche Dokumentation sind weiterhin der gedruckten Ausgabe zu entnehmen.

Die Personennamen der Region werden hier nur am Rand mit berücksichtigt, da sie noch nicht systematisch gesammelt und erforscht sind.

Soweit nichts anderes vermerkt ist, stammen die Texte auf dieser Website von Hans Stricker und die hervorragenden Landschaftsbilder vom Vorstandsmitglied Hans Jakob Reich, Salez. - Grabs, im März 2019 (HS).

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NAME DES MONATS

Federen

(Sevelen)

Wer in der Alp Imalschüel bekannt ist, der weiss vielleicht auch, wo die Weidehalde namens Federen zu suchen ist. Westlich über den Obersess-Alpgebäuden steigt sie, im unteren Teil flacher und nach oben steil, gegen das von Felswändchen durchsetzte Steilgebiet Chrutplangge hinan, etwa von 1750 bis 1900 m über Meer. Darüber erhebt sich der Berggipfel Gärtlichopf. Obwohl die Bezeichnung in der Federen mundartlich transparent zu sein scheint, liegt der Fall bei näherer Betrachtung nicht so einfach. Mundartlich Federe jedenfalls (als ‘Hühnerfeder’, ‘Bettfeder’, ‘Nutfeder’ oder ‘Schreibfeder’) scheint kaum aussichtsreich für eine plausible Deutung. Die Erklärungsversuche gehen denn auch recht weit auseinander.

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