«Namen sind ungeschriebene Geschichte»

WERDENBERGER NAMENBUCH

Die Region Werdenberg mit ihren sechs Gemeinden liegt am Alpenrhein, im Kanton St.Gallen (Schweiz), unmittelbar gegenüber dem Fürstentum Liechtenstein. Seit der römischen Eroberung ist Churrätien sprachlich romanisiert worden.

Unterrätien (der Raum zwischen Hirschensprung und der Landquart, vom Walensee bis zum Arlberg) befand sich vor rund achthundert Jahren im allmählichen Übergang vom Romanischen (Churwälschen) zum Alemannischen.

Die Spuren dieser sprachlichen Vergangenheit sind bis heute in den Mundarten sowie in den Orts- und Personennamen deutlich sichtbar geblieben.

Die Erfassung und Erforschung unserer Namen ist von hohem landeskundlichem Wert. Mundartklang und Namenwelt sind wichtige Träger persönlicher Erinnerungen und mit dem Heimatgefühl der Bewohner eng verbunden.

Die Erforschung von Sprache und Namen liefert wichtige Beiträge zum Verständnis der Kulturgeschichte dieses Raumes.

Das Forschungsprojekt «Werdenberger Namenbuch» wurde im Jahr 2000 gegründet und im Sommer 2017 mit der Publikation von neun Bänden abgeschlossen.

Auf dieser Website werden alle Ortsnamen Werdenbergs zugänglich gemacht. Nur die wissenschaftlichen Deutungen und die forschungsgeschichtliche Dokumentation sind weiterhin der gedruckten Ausgabe zu entnehmen.

Die Personennamen der Region werden hier nur am Rand mit berücksichtigt, da sie noch nicht systematisch gesammelt und erforscht sind.

Soweit nichts anderes vermerkt ist, stammen die Texte auf dieser Website von Hans Stricker und die hervorragenden Landschaftsbilder vom Vorstandsmitglied Hans Jakob Reich, Salez.

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NAME DES MONATS

Gamschol

(Gams)

Das Gebiet dieses Namens, Weide- und Wiesland, liegt zwischen Gasenzen und Sax, beidseits des Gasenzenbachs – dort, wo die Gemeinden Gams und Sennwald zusammenstossen. Es ist meist eben, teils auch leicht ansteigend, grenzt südwärts an Usserbach und Brugg, ostseitig an Fuesswasser und Chäsere, nördlich an den Züelbach, aufwärts an Hülsch, Geissbüel und Zellersbüel. Hierher wallfahren die Gamser am Auffahrtstag in feierlicher Prozession, um sich die «Stockpredigt» anzuhören und der Glaubenstreue ihrer Voreltern zu gedenken, die hier – wie es die fromme Überlieferung will – in der Reformationszeit nur dank den Ermahnungen eines alten Mannes nicht vom alten Glauben abfielen. An dieser Stelle wollen wir uns allerdings nicht mit jenem idealisierten Geschehen befassen – dazu lässt sich in Werdenberger Jahrbuch 2013, S. 214, nachlesen. Uns geht es hier um das Namenwort Gamschol.

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